Dienstag, 1. Juni 2010

I´m in Acapulco B...each! ;)

Gerade von der Karibikküste aus Playa del Carmen zurückgekommen, bin ich am nächsten Tag gleich weiter an die Pazifikküste nach Acapulco gedüst. Alejandro hatte hier gerade einen nationalen Zahnärzte-Kongress mit seinen Kollegen und da er noch ein Bett in seinem Hotelzimmer frei hatte (zwei Freundinnen von ihm sind am Montag wieder abgereist), konnte ich mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Ich bin also nachmittags um 15Uhr mit dem Luxusbus (so nennen sie sie hier, Luxus = Toiletten, AirCon, Sitze mit super Beinfreiheit und sogar Beinablagefläche, TV mit Kinofilmen) in 5 Stunden nach Acapulco gefahren. Das Tolle daran: Die Fahrt kostet gerade mal 25 Euro! Das ist weniger als ich mit der Bahncard 50 von Wolfsburg nach Kiel zahle (3 Stunden-Fahrt, mit lästigem Umsteigen und ohne Kinofilme ;) !)

In Acapulco angekommen sind wir nach einem kurzen Klamotten-Abladen in Alejandros Hotel gleich weiter zum Essen. Wir haben vom Buffet in einem "Woolworth"-Restaurant gegessen, genau wie der Laden an sich war auch das Restaurant eher unterste Schublade. Man hat schon gemerkt, dass die Qualität des Essens mit den Warenangeboten von Woolworth übereinstimmt.

Danach ging es weiter zum "Grand Hotel Acapulco", das Hotel des Kongresses, wo der Rest der Zahnärzte untergekommen ist. Von dort ging es gegen 22Uhr auch gleich weiter zum berühmten Club in Acapulco - dem "Palladium". Ich hatte Glück, denn normalerweise hat der Club nur am Wochenende auf, doch an diesem Dienstag wurde er extra für die Leute vom Kongress geöffnet. So war ich mal wieder der einzige Ausländer und zusammen mit bestimmt 300 mexikanischen Zahnärzten am Feiern - das Ironische dabei: Ich hatte immernoch Zahnschmerzen! ;). Der Club ist von der Aufmachung her wirklich gigantisch. Er liegt direkt am Berghang oberhalb der Bucht von Acapulco. Durch die riesige Glasfassade auf der Seite der Tanzfläche hat man einen wahnsinnig genialen Blick über die beleuchtete Bucht - die Fotos folgen noch, sobald ich sie von den Mädels bekomme... Für 15 Euro konnten wir die ganze Nacht frei "saufen" und haben so ausgelassen bis in die Morgenstunden gefeiert - ganz nach David Guettas Motto "I'm in Miami Bitch" wurde hier der Remix des Songs auf "I'm in Acapulco Beach" (bzw. Bitch, gibt wohl zwei Versionen, die harte und die zensierte ;)) umgetextet - ich fand's genial:



Leider ging es bei mir an dem Abend mit dem Kränkeln los. Ich denke es lag an den zwei Tortas (belegte Brötchen), die ich mir an der Bus-Station in Mexico City in einem Imbiss am Nachmittag gekauft hatte, vielleicht kam auch noch das Essen im Woolworth-Restaurant dazu. Kaum in der Disco angekommen ging es mir sowas von übel, dass ich schon überlegt hatte wieder nach Hause zu fahren. Fiese Bauchschmerzen und ein immer stärker werdender Brechreiz (ich hoffe Ihr seid gerade nicht am Essen! *lach*) Beim ersten Schluck meines "Gin-Tonic" war es dann soweit, zum Glück war das Klo nicht weit. Ich muss sagen ich habe lange nicht mehr so heftig gekotzt! Und wer kann schon sagen, dass er in Acapulco im Palladium war und da erstmal schön in die Kloschüssel gegöbelt hat *lach*. Mysteriöserweise fühlte ich mich nach dem Zwischenfall wie neugeboren und die Nacht wurde wirklich noch richtig spassig!

Am nächsten Tag allerdings ging es mit den Bauchscherzen weiter und auch der stündliche Klo-Gang wurde zur Routine (oben kam nichts mehr raus, aber am anderen Ende ;)). Hinzu kamen die Zahnschmerzen, die ich ja schon seit mittlerweile 7 Tagen mit mir rumschleppte. 3-mal täglich musste ich mich mit Schmerztabletten zupumpen. Vielleicht war auch die Kombination aus den vielen Tabletten, der Extrem-Urlaubstour zwischen Karib- und Pazifikküste und dem Essen der Auslöser für den Ausbruch der Krankheit. Auch kam mir der Gedanke, dass ich in Rio Lagartos vielleicht zuviel Wasser in den Salzbecken geschluckt hatte, denn Ramón meinte zu uns: "Bloß nicht schlucken, sonst werdet ihr krank". Ich hab schon befürchtet, dass in mir jetzt so kleine Algen wachsen und ich langsam so rosa wie ein Flamingo werde ;).

Doch ich wurde nicht rosa und sowohl Bauch- als auch Zahnschmerzen machten sich immer nur sporadisch bemerkbar, es ließ sich also aushalten und den Mittwoch hab' ich so ganz gemütlich am späten Vormittag mit der Erkundung der Stadt gestartet. Da Alejandro auf dem Kongress anwesend sein musste, bin ich alleine zum Zócalo (zentraler Dorfplatz) gefahren. Kaum einen Schritt über den Asphalt gesetzt, wurde mir auch schon von hinten von einem Mexikaner zugerufen. Ich dachte mir will schon wieder jemand irgendwelchen Schnösel andrehen oder Geld haben und wollte schon schnell weiter laufen, doch wie sich herausstellte war Antonio Touristenführer und nach einem kurzen Schnack habe ich seine Dienste gerne in Anspruch genommen. Ich wollte mir nämlich gerne die berühmten Klippenspringer im Stadtteil "La Quebrada" angucken und wusste nicht, wo ich genau hinmusste und wie weit es sei. Da die Shows zu bestimmten Uhrzeiten stattfinden und gerade eine startete, führte mich Antonio in Windeseile den Berg hinauf zu den Klippen - man haben wir geschwitzt. Die Show der Klippenspringer ist wirklich ein sehenswertes Spektakel. Die Stelle an der sie ins Wasser springen ist wirklich tierisch schmal und das Ganze ist nicht ungefährlich! Angeblich gab es auch schon Tote. Vom Restaurant "La Perla", direkt in den Hang gebaut, hat man einen super Blick auf die Klippen - auch Elvis hat hier angeblich schon verweilt.


Dank Antonio habe ich später noch eine wahnsinnig tolle Aussicht über die Bucht von Acapulco genießen können, denn er hat mich zu einem versteckten Hotel geführt, von dessen Dachterasse man diesen gigantischen Ausblick hatte (Großansicht durch Klick auf's Bild):


Nachdem ich mir noch den Stadtstrand direkt am Zócalo angeguckt hatte, hat mich Antonio noch zum "Mercado de Artesanía" (Kunsthandwerksmarkt) geführt, denn hier arbeitete seine Schwester (wie Ihr ja mittlerweile wisst stecken die hier ja alle unter einer Decke! ;)). Eigentlich wollte ich mir nichts andrehen lassen, habe dann aber doch ein schönes Armband für meine Mutter gefunden, das ihr hoffentlich gefällt...

Gegen 16Uhr habe ich mich dann mit Alejandro und seinen Freunden im Grand Hotel Acapulco getroffen, wo wir den Nachmittag ganz entspannt am Hotelpool und -strand haben ausklingen lassen. Nach einem Cocktail-Empfang am Pool am Abend ging es dann nachts ein weiteres Mal in die Disco, diesmal ins Alebrije. Obwohl mich anfangs wieder tierische Bauchschmerzen plagten wurde es mit zunehmendem Alkoholkonsum immer besser und dieser Abend wurde sogar noch spassiger als der Letzte!

Nachdem wir am Donnerstag gegen Mittag von der Zimmerreinigung geweckt wurden und schnell das Zimmer räumen mussten, hatten wir noch bis 17Uhr Zeit uns das Museum der "Festung San Diego" anzugucken. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt, denn nicht nur im Inneren der Festung waren ein paar interessante Ausstellungsstücke zu bewundern, auch von den Festungsmauern oberhalb der Bucht konnte man einen beeindruckenden Ausblick über Acapulco genießen. Witzigerweise kannte Alejandro diese Festung noch gar nicht (obwohl er schon mehrmals hier war) und es musste erst ein Deutscher mit seinem "Lonely Planet" Reiseführer kommen, um ihm diesen Ort zu zeigen ;)

Nach einer angenehmen Rückfahrt waren wir um 22Uhr wieder in Mexico City. Zuhause angekommen habe ich nur schnell meine Klamotten ausgepackt und mich sofort ins Bett geschmissen, denn zu den Bauchschmerzen kam nun leider auch noch Schüttelfrost und Fieber dazu. Die Nacht war ziemlich fies und ich konnte nicht wirklich gut schlafen, doch zum Glück war zumindest das Fieber und der Schüttelfrost am nächsten Tag wieder verschwunden. Zu allem Überschuss bin ich am Samstag morgen dann auch noch mit einem angeschwollenen Finger aufgewacht und außderdem musste ich nun dringend zum Zahnarzt (zum Glück ist mein Kumpel Alejandro ja einer, bei dem war ich dann auch!) - es kam also echt alles auf einmal! Das Kuriose ist, dass ich bis heute nicht weiss, wie oder was ich mir da am Finger eingefangen habe. Ich war mittlerweile zweimal beim Hautarzt und nachdem die Antibiotika der ersten 2 Wochen nur geringen Erfolg zeigten, darf ich nun noch weitere 2 Wochen ein anderes Antibiotikum schlucken. Mit einem zwinkernden Auge habe dem Arzt extra gesagt: Das können Sie doch nicht machen, weitere 2 Wochen ohne Alkohol, und das, wo gerade die Fussball-WM im Gange ist und wir morgen außerdem zu einer Weinprobe wollten!" Ihr seht also, trotz dass es mir zwei Wochen später nun eigentlich wieder pudelwohl geht, bin ich hier immernoch tierisch am Leiden *lach*.

Montag, 31. Mai 2010

Despedida Playa del Carmen

Am Montag morgen ging es leider schon wieder ans Packen. Nachdem wir im Hotel ausgecheckt hatten sind wir noch einmal ein bisschen durch die 5. Avenida gelaufen, haben nach Souvenirs geschaut und uns an dem Fähranleger vom türkisblauen Meer verabschiedet...

Da Olli's Eltern am Vortag auch in Playa del Carmen eingetroffen sind, wollten wir wenigstens nochmal kurz HALLO sagen und uns von ihnen verabschieden. So haben wir auf dem Weg zum Flughafen noch für eine halbe Stunde Halt im Beach Resort "Las Palapas" gemacht, eine Hotelanlage übersäht mit Palmen und kleinen niedlichen Dschnungel-Hütten, in denen auch Ingrid und Klaus ihre Unterkunft hatten. Schon eine wirklich sehr karibische Atmosphäre, ideal zum Entspannen für ein paar Tage:


Nachdem sie uns von ihrer abenteuerlichen Mexiko-Reise erzählt hatten (sie waren mit dem Mietwagen auf eigene Faust unterwegs, inklusive Straßensperren im Hochland von Chiapas, wo sie, wie alle, die hier langfahren, von Mexikanern durch Nägelbretter auf der Straße angehalten wurden und natürlich erstmal wieder Geld abdrücken mussten, schon krass) und wir ein paar Abschiedsfotos geschossen hatten, mussten wir auch dringend zum Flughafen, denn mit der Autoabgabe wurde es zeitlich schon sehr sehr knapp.

Hinzu kam eine kleine Extrarunde um das Auto vollzutanken, denn die Tankstelle war nicht direkt am Flughafen. Im Endeffekt hatten wir mal wieder ziemliches Glück, dass wir überhaupt noch mit dem Flieger mitkamen. Doch da der Flughafen relativ klein ist, konnten wir noch spät einchecken (Gepäckaufgabe war schon geschlossen), haben ein Etikett mit den Worten "Last Minute Baggage" an unsere Koffer bekommen und mussten sie dann quer durch den Flughafen und die Sicherheitskontrollen selber schleppen - man haben wir geschwitzt ;). Und meine Nagelschere im Koffer konnte ich so auch nicht mit durch die Sicherheitsschranke nehmen, die hat's vielleicht gut, die wird jetzt für immer in Cancún leben und dort das schöne Wetter und das türkisblaue Meer genießen können :) Blöd nur für mich, denn eine günstige und dazu noch taugliche Nagelschere hier in Mexico City zu finden stellt sich schwerer heraus als gedacht....

Mit der guten Luft und einer gesunden Meeresbrise war es nun erstmal wieder vorbei, denn wie Ihr im Album sehen könnt, sind wir beim Landeanflug auf Mexico City direkt durch die Smog-Wolke am Himmel geflogen - jetzt hiess es "Luft anhalten" bis zum nächsten Ausflug ans Meer, der zum Glück schon am nächsten Tag wieder anstand ;)

Sonntag, 30. Mai 2010

Cancún & Isla Mujeres

Am Sonntag war es leider bewölkt über Playa del Carmen. Es war also die richtige Entscheidung, nach Cancún aufzubrechen, mit dem Ziel nach Isla Mujeres überzusetzen und so der dicken Wolkendecke zu entfliehen.

Bereits in Cancún klarte der Himmel über uns zum Glück auf und ein paar Sonnenstrahlen kamen durch. So konnten wir am Strand und an der Hotelzone ein paar tolle Fotos schießen (mein Lieblingsfoto ist das des Albumdeckblatts):


Cancún ist wirklich das Ausmaß an amerikanisiertem Tourismus hier in der Gegend. Überall sieht man riesige Hotels, Malls (Einkaufszentren), Bars, Restaurants und riesige Clubs. Da Cancún vom Hurrican Wilma Ende 2005 schwer getroffen wurde, hat es bis letztes Jahr gedauert die Ferienregion wieder aufzubauen. Eine Mexikanerin erzählte uns, dass nach der Verwüstung die Touristen fernblieben und dies den Mexikanern tausende von Arbeitsplätzen kostetete. Der Bürgermeister hat so angeordnet, zuerst das Touristen-Zentrum wieder aufbauen zu lassen, noch vor den Wohngebieten der Mexikaner, damit sie wenigstens wieder Arbeit finden.

Da wir uns mit David, JuanJos Kumpel aus den Staaten, der zur Zeit in Cancún lebt, verabredet hatten um gemeinsam nach Isla Mujeres zu fahren, er aber noch nicht fertig war, haben wir am Strand "Las Tortugas" (die Schildkröten) auf ihn gewartet. Hier war ich mal wieder "nur" unter Mexikanern, von Touristen war hier nicht viel zu sehen... Nach einer leckeren Piña Colada und dem Eintreffen von David ging's dann ein paar Autominuten weiter nach Puerto Juarez, da die Fähre dort günstiger war als am Strand von Las Tortugas. Während der Überfahrt zur Insel wurden wir von einem Mexikaner und seiner Gitarre gut unterhalten (solche Live-Unterhaltung fehlt eindeutig auf den Personenfähren in Kiel!).

Isla Mujeres ist eine relativ kleine Insel, auf der man sich schon eher wie in Mexiko fühlt. Mit einem leckeren Mango-Becher in der Hand sind wir ein paar Minuten an den nord-östlichen Strand marschiert, an dem David uns eine kleine Bucht zum Schnorcheln empfohlen hat. Und ich muss sagen ich war wirklich beeindruckt! Denn hier in der Bucht direkt vor'm Strand haben wir mehr bunte Fische gesehen als am Vortag auf unserer 300-Pesos-Abzocker-Tour ;). Aber schaut Euch einfach die Bilder im Album und das Video hier an - wie im Aquarium:



Den restlichen Abend haben wir ganz gemütlich am wunderschönen Palmenstrand um die Ecke ausklingen lassen. Vor uns das glitzernde Meer, totale Stille und nur das Partyboot am Horizont zu hören, bauchtiefes Wasser mit einer angenehmen Badewannen-Temperatur, Palmen direkt am Strand und ein traumhafter Sonnenuntergang, was will man mehr?!
Natürlich konnten wir es nicht lassen, wieder unsere Poser-Fotos zu schießen und auch hier sind wieder ein paar interessante Kunstwerke à la "ein schöner Rücken kann auch entzücken" entstanden ;). Der Abend war ein schöner Ausklang unseres Urlaubs, denn am nächsten Tag ging es leider schon wieder zurück nach Mexico City:

Samstag, 29. Mai 2010

Tulúm

Noch am gleichen Tag (Samstag) sind wir gegen Mittag nach Tulúm aufgebrochen. Schon vorher habe ich von vielen Freunden, die schon in Mexiko waren, gehört, dass Tulúm eines der Highlights ist und ich mir einen Besuch auf keinen Fall entgehen lassen darf. Und ich muss ihnen Recht geben: die Maya-Stätte Tulúm mit ihrer Lage direkt oberhalb der Klippen mit Blick auf das türkisblaue karibische Meer ist einfach der Hammer! Wenn es ein Paradies gibt dann zählt dieses Fleckchen Erde auf jeden Fall dazu :)


Zur Maya-Stätte an sich möchte ich gar nicht viel sagen, schaut Euch einfach die Bilder an und genießt die Videos (das zweite Video am Meer am besten vorher auf "lautlos" stellen, da man mich sowieso nicht versteht und der Wind ziemlich fiese Störgeräusche produziert hat!):





Bei dem Blick auf das türkisblaue Meer unterhalb der Pyramiden konnte wir natürlich nicht lange widerstehen und haben uns schnurstracks (was ist das eigentlich für ein Wort *lach*) die Treppen hinunter an den Strand gemacht uns ins Meer gestürtzt. Einfach nur herrlich! Mit dem Blick auf die Pyramiden oben auf den Klippen, dem weißen Sandstrand, den Palmen und dem blauen Himmel fühlte man sich hier wirklich wie im Paradies!

Nach unserem ausgiebigen Geplantschte ging es weiter auf die Suche nach einem benachbarten Strand, da wir dort eine Schnorcheltour gebucht hatten. Die Beschilderung war nicht wirklich hilfreich und so hat es uns mit dem Auto einige Zeit gedauert, dort anzukommen. Hinzu kam allerdings noch, dass ich zum ersten Mal von der mexikanischen Polizei angehalten worden bin. Und hier die Story: Ich hatte kurz in einer Seitenstraße geparkt (gleich am Anfang um die Ecke), da JuanJo ein paar Früchte kaufen wollte. Er kam zurück, ich wende und fahre auf die Parallelstraße zur eigentlichen Hauptstraße. Kaum auf der Hauptstraße angekommen, werden wir auch schon angehalten. Natürlich wussten wir nicht warum überhaupt. Der Polizist meinte wir wären in einer Einbahnstraße in die falsche Richtung gefahren. Er wollte gleich die Papiere und angeblich hätten wir 1800 Pesos (100 Euro) zahlen müssen und mit auf die Wache kommen sollen. Schwupps kamen auch schon zwei weitere Polizisten dazu. Wir hatten es allerdings eilig an den Strand zu kommen, da die Jungs der Schnorchel-Tour nicht bis ewig geöffnet hatten. Und uns war auch schon von vornherein klar, was hier Sache war, denn die Jungs wollten einfach nur Kohle sehen! Das Dreiste daran war nur, dass sie die ganze Zeit total scheinheilig behauptet hatten, von uns kein Geld zu wollen (da sie ja ehrliche Polizisten sind) und nach langem hin und her dann doch unsere 200 Pesos genommen haben (13 Euro). Das also meine erste Begegnung mit mexikanischen Polizisten. Ich kann nun verstehen, warum die Mexikaner selbst keinen Respekt vor ihnen haben, weil ja doch alles nur korrupt ist. Auch Olli haben sie bereits mehrmals abgezockt. Im Endeffekt ist alles nur reine Verhandlungssache - schon krass!

Letztendlich sind wir rechtzeitig am Strand angekommen und konnten unsere Schnorcheltour antreten (300 Pesos pro Person, angeblich schon mit Studentenrabatt, was sich im Nachhinein als völlige Abzocke herausgestellt hat). Zusammen mit einem weiteren Mexikaner und einem deutschen Pärchen (Armin und Anja aus Heidelberg, die Deutschen sind auch wirklich überall zu finden ;)) ging's mit ein paar Getränken und Schnorchelausrüstung (ich hatte meine eigene dabei) ca. 10 Minuten vor die Küste von Tulúm. Unser Schnorchel-Guide war ein kleiner 18-jähriger Bengel (wenn überhaupt) und hat eher Muscheln gesucht als uns in einer Gruppe durch das Riff zu leiten und uns Sehenswertes zu zeigen! Oft sind wir aufgetaucht und haben den Rest der Gruppe verloren... Leider waren auch nicht wirklich viele bunte Fische bzw. andere spektakuläre Tierarten zu sehen. Das einzige interessante Erlebnis war meine Begegnung mit der Seegurke. Wir durften sie anfassen und ich muss sagen sie fühlt sich echt schon ziemlich komisch an: Wie eine glibberige Wurst, nicht wirklich fest. Und sie hat sich mit ihren Saugnäpfen total an meiner Hand festgesaugt, total klebrig! :)

Nach unserer Rückkehr an den Strand und der Verabschiedung des deutschen Pärchens (wir haben sie danach noch einmal wiedergesehen und JuanJo in DF am Flughafen beim Einchecken ein weiteres Mal) haben wir noch den Sonnenuntergang am Strand genossen. Einfach total entspannend... JuanJo hat ein bisschen gedöst und ich ein paar Fotos geschossen (so ist auch das Blog-Foto entstanden, mit Selbstauslöser und JuanJos Tripod). Zum Sonnenuntergang hat sich der Himmel plötzlich in ein wahnsinnig beeindruckendes Lichterspiel verwandelt! Wie Ihr auf den Fotos erkennen könnt, hat sich der Himmel aus unerklärlichem Grund plötzlich in eine helle und eine dunkle Seite geteilt - mit einer Linie so gerade, als hätte sie jemand mit einem Lineal gezeichnet - einfach genial! Natürlich konnten wir nicht widerstehen und mussten ein paar weitere Poser-Fotos machen.

Nachdem es dunkel wurde sind wir zum Auto aufgebrochen. Was wir nicht wussten war, dass wir in den nächsten 5 Minuten von Killern angegriffen werden sollten...
Sobald wir den Strandweg durch die Dünen entlang der Gebüsche angetreten hatten, fingen sie an uns zu attakieren - die Mücken! Und das zu hunderten!!! Ich wurde noch nie in so kurzer Zeit von so kleinen Killermücken so fies und zahlreich gestochen! Unter Geschreih und "Ahh, Au" und vielem Klatschen und Springen sind wir ins Auto gekommen und hatten noch die Fahrt über mit mindestens 10 weiteren Mücken zu kämpfen! Das Auto sah danach vielleicht aus! Überall Blutflecke an der Decke von den Mücken, die wir nach und nach killen konnten! Das war vielleicht ein grausiges Erlebnis, noch Tage später haben uns die Mückenstiche daran erinnert, da sie einfach nicht aufhören wollten zu jucken!

Playa del Carmen

Unser Hotel in Playa del Carmen hiess "Hotel Barrio Latino", sehr zentral gelegen, nur 2 Minuten zur berühmten Fußgängerzone (5. Avenida) und 4 Minuten zum Strand. Die Fußgängerzone zieht sich über mehrere Kilometer hinweg und bietet unzählige Bars, Restaurants, Artesanía-Läden, Clubs und Mexican Outlets. Ja, es gibt hier wirklich "Mexican Outlets"! Schon schlimm, wie vermarktet diese ganze Gegend hier an der Maya-Küste ist, besonders auf amerikanische Touristen zugeschnitten. Ich hatte das Gefühl eher in den USA zu sein (Florida) als in Mexiko. Von mexikanischem Charme ist hier in den Touri-Zentren der Stadt Playa del Carmen (wie auch Cancún) wenig zu spüren, die mexikanische Armut und das wirkliche mexikanische Treiben auf den Straßen bekommt man erst mit, wenn man einmal außerhalb der Touri-Zentren durch die Gegend läuft....


Trotz des amerikanisierten Tourismus ist Playa del Carmen ein wirklich sehenswertes Örtchen und bietet eine Menge an Unterhaltung. Neben dem weißen Strand, siehe Panoramabild hier (anklicken für Großansicht!):



... dem türkisblauen Meer und der vorgelagerten Insel "Cozumel" (hier findet man das Korallenriff, nach dem Great Barrier Reef in Australien das 2. größte der Welt! Dementsprechend werden täglich Tauch- und Schnorchel-Trips angeboten) bietet die Stadt eine internationale Bar- und Restaurantszene (es gibt wahnsinnig viele italienische Restaurants - in einem waren wir auch lecker essen) und besonders für die junggebliebenen Touristen eine Vielzahl an Nachtclubs. JuanJo und ich waren den ersten Abend im "Blue Parrot" und einen weiteren Abend im benachbarten Club, beide direkt am Strand gelegen und Open-Air, schon eine tolle Atmospähre. So haben wir die Nächte ausgelassen zwischen vielen Amis, Niederländern und Europäern und man mag es kaum glauben - sogar auch einigen Mexikanern gefeiert ;).



Playa del Carmen diente für uns eher als "Basis", denn wir wollten uns auch die umliegende Gegend entlang der Maya-Küste (Riviera Maya) angucken. So haben wir den Samstag in Tulúm und dessen nahegelegenem Strand verbracht (ca. 1 Autostunde südlich) und waren am Sonntag in Cancún (ca. 1 Autostunde nördlich) und haben zusammen mit JuanJos Kumpel David die vorgelagerte Insel "Isla Mujeres" erkundet. Mehr dazu in weiteren Posts...

Freitag, 28. Mai 2010

Rio Lagartos

Nach unserem Besuch in Chichén Itzá ging es noch in der Nacht weiter nach Rio Lagartos, ca. 2 Autostunden Richtung Nordosten an den Golf von Mexiko. Das Örtchen ist berühmt für sein Naturresevoir und seine dort lebenden Vogelarten, besonders die Flamingos. Wir hatten keine Unterkunft gebucht und sind einfach mal auf blauen Dunst losgefahren. Als wir nachts um ca. 23 Uhr dort ankamen, wirkte das kleine Fischerdörfchen wie ausgestorben, vereinzelt trafen wir Leute an, einige waren noch mit simplen Schnüren am Fischen, allerdings ohne Erfolg. Wir wurden an mehrere Hotels verwiesen, die allerdings schon zu hatten. In einer versteckten Ecke haben wir dann einen alten Herren aus dem Bett geschriehen und er hat uns eine seiner Hütten direkt am Wasser zur Verfügung gestellt. Das Tolle: Der Schlafplatz hat uns für die Nacht schlappe 200 Pesos gekostet, das sind umgerechnet 6,50 pro Person - ein Schnapper ;)

Am nächsten Morgen früh um 6 Uhr gings für uns raus aus den Federn, denn die beste Zeit die Vögel zu beobachten ist am frühen Vormittag. Der Hütten-Besitzer hat uns noch in der Nacht den benachbarten Restaurant-Besitzer als Tourguide für die Bootstour empfohlen (die stecken ja irgendwie immer alle unter einer Decke ;)), wir haben uns allerdings entschieden, vorher die Preise zu vergleichen und wollten sowieso erstmal frühstücken gehen. So sind wir an der Promenade der Lagune entlangspaziert (das offene Meer und der Strand ist nur per Boot zu erreichen) und haben sage und schreibe EIN EINZIGES kleines Häuschen gefunden, in dem sie uns ein paar Tortas (belegte Brötchen) zum Frühstück anbieten konnten. Mein Kaffee, den ich bestellt hatte, bestand aus löslichem Kaffee. Von Tourismus war hier wirklich wenig zu spüren :). Die Tochter des Besitzer, die uns bedient hatte, hat auch sowas von eine Schnute gezogen, die hatte entweder keinen Bock für ihre Familie zu arbeiten, oder einfach nur schlechten Sex (oder gar keinen ;)). Den Grill, auf dem sie das Fleisch gebraten hat, seht ihr im Fotoalbum. Gut, dass ich davon nicht gegessen habe - meine Magenverstimmung kam so erst eine Woche später ;)

Letztendlich haben wir unsere Tour mit der Konkurrenz gemacht (es gab dort anscheinend nur zwei Anbieter von Bootstouren durch die Mangroven zur Vogelschau. Ramón, unser Tourguide, hat sich wirklich drei Stunden für uns Zeit genommen und uns eine super Tour geboten; und das für einen besseren Preis. Den Preis, dass wir zur Konkurrenz gegangen sind, mussten wir erst bei unserer Rückkehr zahlen, aber dazu später mehr...


Die Bootstour war wirklich traumhaft, ich habe mich wie damals in Florida gefühlt, auf den Florida Keys. Die Natur ist hier sehr ähnlich (ist ja beides am Golf von Mexiko gelegen). Mit einer Kühltruhe und kalten Getränken ausgerüstet gings los zu unseren Tour über die Lagune. Ich hab uns erstmal eine Michelada gemacht, so ließ es sich aushalten ;). Ramón hat uns die verschiedenen Vogelarten gezeigt und uns ein bisschen etwas zu deren Lebens- und Verhaltensweise erzählt. Er nimmt sogar Sprachunterricht extra für die Touris und hat mir bei dem einen Vogel ganz stolz "Graureiher" zugerufen ;).

Neben den verschiedenen Vogelarten (Storche, Reiher, Adler und natürlich Flamingos) haben wir auch zwei Krokodile hautnah bewundern können. Schon ein tolles Erlebnis! Das erste war ein Weibchen und hat sich einfach nur reglos unter dem Mangroven-Geäst im Schatten ausgeruht. Das zweite Krokodil war "Schnappi". Ramón hat ihn extra mit einem Fisch angelockt und wir dachten wirklich, dass es jeden Moment ins Boot springt und nach uns schnappt. Das Kroko war vielleicht sowas von nah ans uns dran, der Hammer! Aber es war wie ein typisches Krokodil total lahm und gelassen und hat erst im letzten Moment nach dem Fisch geschnappt, aber seht selbst:



Ein weiteres Highlight war die riesige Meeres-Kakerlake, die Ramón uns auf den Kopf gesetzt hat! Man war das eklig ;). Stehlt Euch vor Ihr kriegt ein Tierchen auf den Kopf gesetzt, das wie ein Alien aussieht und riesige scherenartige Beine hat, die Euch auf der Kopfhaut kraulen.......brrrrr... ;) Auch einen kleinen Nachwuchs einer Meeres-Kakerlake hatte ich in der Hand, der Racker wollte abhauen und hat kräftig gestrampelt, war das vielleicht ein komisches Gefühl in der Handinnenfläche ...... wieder brrrrrrr ;).

Die Flamingos haben wir schließlich im hinteren, weitläufigeren Teil der Lagune zu hunderten beobachten können, einfach beeindruckend. Flamingos leben immer in Gruppen und haben genau wie die Schwäne einen festen Partner - ihr Leben lang! (Wir Menschen sollten uns ein Beispiel nehmen!). Was ich besonders interessant fand, war die Erkenntnis, dass Flamingos von Natur aus gar nicht rosa sind, sondern mit weißem Gefieder geboren werden! Erst durch die Ernährung mit rosafarbigen Algen (siehe Fotos der Salzbecken) bekommen sie im Laufe ihres Wachstums die rosa Farbe. Stark, oder?!

Im Anschluss haben wir am Rande der Lagune an den Salzbecken angelegt. Ramón hat uns erklärt, dass die Salzbecken neben der Nahrung für die Flamingos auch super für Menschen sind, die sich einfach nur mal oben auf der Wasserfläche treiben lassen wollen. Wie im Toten Meer ist der Salzgehalt hier so hoch, dass man das Gefühl hat zu schweben... das haben wir natürlich mit Begeisterung getan:



Abgerundet wurde der Besuch der Salzbecken mit einer natürlichen Fango-Packung. Der weiße Schlamm sei angeblich gut für die Haut, bei uns stand allerdings der Spaßfaktor im Vordergrund. Wie Ihr auf den Bildern seht, kam der nicht zu kurz ;).

Nachdem wir uns auf der Rücktour in einem natürlichen Cenote die zweite weiße Haut wieder abgewaschen haben, ging es noch zur Entspannung an den der Lagune vorgelagerten Strand am Meer. Hier waren wir wirklich alleine - Pelikane waren unsere einzigen Nachbarn. Einfach nur herrlich.

Unser wahnsinnig toller Tag in Rio Lagartos endete mit einem leckeren Fischteller in Ramóns Restaurant (seine Schwester arbeitet hier, die stecken wie gesagt immer alle unter einer Decke ;)). Am späten Nachmittag ging es dann schon weiter nach Playa del Carmen, wir hatten für die nächsten 3 Nächte ein Hotelzimmer gebucht. Die Abfahrt hat sich allerdings unvorhergesehen verzögert, denn wie schon gesagt mussten wir den Preis dafür zahlen, dass wir die Bootstour bei der Konkurrenz gemacht haben. Denn als wir fertig gepackt hatten und alles ins Auto räumen wollten, bemerkten wir plötzlich den PLATTEN REIFEN! Wir sind uns nicht zu 100 % sicher und haben keine Beweise, doch alles deutete darauf hin, dass uns ABSICHTLICH ein Nagel in den Reifen gestochen wurde. Wir haben natürlich gleich den anderen Bootstour-Anbieter vermutet, der ein paar Meter weiter seine Ablegestelle hatte. Es war schon ziemlich merkwürdig, dass am Abend vorher noch alles in Ordnung war und plötzlich ein Nagel auf der Oberseite des Reifens im Profil steckte... So mussten wir unseren Reifen wechseln (hatten ja einen Ersatzreifen) und sind bis zum nächsten Ort zur Reparatur gefahren. Ich dachte schon das würde nun ewig dauern und uns ordenltich kosten, aber Pustekuchen. Innerhalb von 10 Minuten hatten sie unseren Reifen "geflickt" und dafür schlappe 40 Pesos verlangt, das sind gerade mal 2,50 Euro!!! Wir haben ihnen 50 Pesos gegeben - mit Trinkgeld *haha* - ich liebe Mexiko! ;)

Glücklich und ohne Zwischenfälle ging es weiter nach Playa del Carmen, wo sich unser Abenteuer fortsetzte...

Donnerstag, 27. Mai 2010

Chichén Itzá

Am 27. Mai ging es nach dem Abschluss meines ersten Semesters endlich in den "wohlverdienten" Urlaub ;)

Zusammen mit JuanJo bin ich am Donnerstag ca. 1,5 Stunden nach Mérida geflogen. Dort haben wir unseren Mietwagen in Empfang genommen und sind direkt weiter nach Chichén Itzá gefahren, die berühmte Maya-Stätte (eines der 7 Weltwunder der Neuzeit!) in Yucatán. Da wir erst um 16Uhr dort angekommen sind (und der Park leider schon um 17Uhr zu macht!), blieb uns lediglich eine Stunde, um "schnell" die Hauptattraktionen des Parks zu bewundern (der Vorteil für uns: eine Stunde vor Parkschluss muss man keinen Eintritt mehr zahlen!)



Nachdem wir den Hauptteil des Geländes unter brütender Hitze abgelaufen sind und ein paar geniale Fotos geschossen hatten (der blaue Himmel mit den Schäfchenwolken und den Pyramiden sah einfach spitze aus!),


sind wir auch schon von den Parkwächtern rausgeschmissen worden. Nur an den Artesanía-Ständen durften wir uns natürlich noch aufhalten, hier hab ich für mein Zimmer auch gleich zugeschlagen und ein paar Masken und ein Miniatur-Nachbau der Hauptpyramide mitgenommen.

Da wir geplant hatten uns auch die Lichtshow um 20Uhr anzugucken, hatten wir noch Zeit, einen Cenote in der Umgebung zu besuchen. Diesmal ging es also zum Cenote "Ik-kil". Gefühlt wie "Tarzan" haben wir hier im kühlen Nass geplantscht, haben uns waghalsig in die Tiefe gestürzt und hatten einfach eine Menge Spass... die Yoga-Gruppe, die Ihr im Video seht, hat obendrein noch zu unserer Belustigung beigetragen ;)







Die Lichtshow am Abend war eine Art historische Geschichte über Chichén Itzá und das Volk der Maya.... anhand der künstlichen Beleuchtung wurde hier das Licht-Spektakel zur Jahreszeitenwende nachgestellt. Die Mayas haben ihren Tempel nämlich so schlau gebaut, dass er neben den 365 Ebenen aus Stufen und Plattformen nicht nur die Tage im Jahr exakt wiedergibt, sondern am 21. März und 21. September (Frühling & Herbst) das Licht der Sonne so reflektiert wird, dass es aussieht, als ob zwei Schlangen auf der östlichen Seite der Pyramide die Treppenstufen herunterschleichen (bis zu den Schlangeköpfen am unteren Ende).

Neben der Erzählung war die Lichtshow an sich allerdings nicht wirklich spektakulär und konnte mit der Bleuchtung zum Elton John Konzert nicht wirklich mithalten.