Samstag, 29. Mai 2010

Playa del Carmen

Unser Hotel in Playa del Carmen hiess "Hotel Barrio Latino", sehr zentral gelegen, nur 2 Minuten zur berühmten Fußgängerzone (5. Avenida) und 4 Minuten zum Strand. Die Fußgängerzone zieht sich über mehrere Kilometer hinweg und bietet unzählige Bars, Restaurants, Artesanía-Läden, Clubs und Mexican Outlets. Ja, es gibt hier wirklich "Mexican Outlets"! Schon schlimm, wie vermarktet diese ganze Gegend hier an der Maya-Küste ist, besonders auf amerikanische Touristen zugeschnitten. Ich hatte das Gefühl eher in den USA zu sein (Florida) als in Mexiko. Von mexikanischem Charme ist hier in den Touri-Zentren der Stadt Playa del Carmen (wie auch Cancún) wenig zu spüren, die mexikanische Armut und das wirkliche mexikanische Treiben auf den Straßen bekommt man erst mit, wenn man einmal außerhalb der Touri-Zentren durch die Gegend läuft....


Trotz des amerikanisierten Tourismus ist Playa del Carmen ein wirklich sehenswertes Örtchen und bietet eine Menge an Unterhaltung. Neben dem weißen Strand, siehe Panoramabild hier (anklicken für Großansicht!):



... dem türkisblauen Meer und der vorgelagerten Insel "Cozumel" (hier findet man das Korallenriff, nach dem Great Barrier Reef in Australien das 2. größte der Welt! Dementsprechend werden täglich Tauch- und Schnorchel-Trips angeboten) bietet die Stadt eine internationale Bar- und Restaurantszene (es gibt wahnsinnig viele italienische Restaurants - in einem waren wir auch lecker essen) und besonders für die junggebliebenen Touristen eine Vielzahl an Nachtclubs. JuanJo und ich waren den ersten Abend im "Blue Parrot" und einen weiteren Abend im benachbarten Club, beide direkt am Strand gelegen und Open-Air, schon eine tolle Atmospähre. So haben wir die Nächte ausgelassen zwischen vielen Amis, Niederländern und Europäern und man mag es kaum glauben - sogar auch einigen Mexikanern gefeiert ;).



Playa del Carmen diente für uns eher als "Basis", denn wir wollten uns auch die umliegende Gegend entlang der Maya-Küste (Riviera Maya) angucken. So haben wir den Samstag in Tulúm und dessen nahegelegenem Strand verbracht (ca. 1 Autostunde südlich) und waren am Sonntag in Cancún (ca. 1 Autostunde nördlich) und haben zusammen mit JuanJos Kumpel David die vorgelagerte Insel "Isla Mujeres" erkundet. Mehr dazu in weiteren Posts...

Freitag, 28. Mai 2010

Rio Lagartos

Nach unserem Besuch in Chichén Itzá ging es noch in der Nacht weiter nach Rio Lagartos, ca. 2 Autostunden Richtung Nordosten an den Golf von Mexiko. Das Örtchen ist berühmt für sein Naturresevoir und seine dort lebenden Vogelarten, besonders die Flamingos. Wir hatten keine Unterkunft gebucht und sind einfach mal auf blauen Dunst losgefahren. Als wir nachts um ca. 23 Uhr dort ankamen, wirkte das kleine Fischerdörfchen wie ausgestorben, vereinzelt trafen wir Leute an, einige waren noch mit simplen Schnüren am Fischen, allerdings ohne Erfolg. Wir wurden an mehrere Hotels verwiesen, die allerdings schon zu hatten. In einer versteckten Ecke haben wir dann einen alten Herren aus dem Bett geschriehen und er hat uns eine seiner Hütten direkt am Wasser zur Verfügung gestellt. Das Tolle: Der Schlafplatz hat uns für die Nacht schlappe 200 Pesos gekostet, das sind umgerechnet 6,50 pro Person - ein Schnapper ;)

Am nächsten Morgen früh um 6 Uhr gings für uns raus aus den Federn, denn die beste Zeit die Vögel zu beobachten ist am frühen Vormittag. Der Hütten-Besitzer hat uns noch in der Nacht den benachbarten Restaurant-Besitzer als Tourguide für die Bootstour empfohlen (die stecken ja irgendwie immer alle unter einer Decke ;)), wir haben uns allerdings entschieden, vorher die Preise zu vergleichen und wollten sowieso erstmal frühstücken gehen. So sind wir an der Promenade der Lagune entlangspaziert (das offene Meer und der Strand ist nur per Boot zu erreichen) und haben sage und schreibe EIN EINZIGES kleines Häuschen gefunden, in dem sie uns ein paar Tortas (belegte Brötchen) zum Frühstück anbieten konnten. Mein Kaffee, den ich bestellt hatte, bestand aus löslichem Kaffee. Von Tourismus war hier wirklich wenig zu spüren :). Die Tochter des Besitzer, die uns bedient hatte, hat auch sowas von eine Schnute gezogen, die hatte entweder keinen Bock für ihre Familie zu arbeiten, oder einfach nur schlechten Sex (oder gar keinen ;)). Den Grill, auf dem sie das Fleisch gebraten hat, seht ihr im Fotoalbum. Gut, dass ich davon nicht gegessen habe - meine Magenverstimmung kam so erst eine Woche später ;)

Letztendlich haben wir unsere Tour mit der Konkurrenz gemacht (es gab dort anscheinend nur zwei Anbieter von Bootstouren durch die Mangroven zur Vogelschau. Ramón, unser Tourguide, hat sich wirklich drei Stunden für uns Zeit genommen und uns eine super Tour geboten; und das für einen besseren Preis. Den Preis, dass wir zur Konkurrenz gegangen sind, mussten wir erst bei unserer Rückkehr zahlen, aber dazu später mehr...


Die Bootstour war wirklich traumhaft, ich habe mich wie damals in Florida gefühlt, auf den Florida Keys. Die Natur ist hier sehr ähnlich (ist ja beides am Golf von Mexiko gelegen). Mit einer Kühltruhe und kalten Getränken ausgerüstet gings los zu unseren Tour über die Lagune. Ich hab uns erstmal eine Michelada gemacht, so ließ es sich aushalten ;). Ramón hat uns die verschiedenen Vogelarten gezeigt und uns ein bisschen etwas zu deren Lebens- und Verhaltensweise erzählt. Er nimmt sogar Sprachunterricht extra für die Touris und hat mir bei dem einen Vogel ganz stolz "Graureiher" zugerufen ;).

Neben den verschiedenen Vogelarten (Storche, Reiher, Adler und natürlich Flamingos) haben wir auch zwei Krokodile hautnah bewundern können. Schon ein tolles Erlebnis! Das erste war ein Weibchen und hat sich einfach nur reglos unter dem Mangroven-Geäst im Schatten ausgeruht. Das zweite Krokodil war "Schnappi". Ramón hat ihn extra mit einem Fisch angelockt und wir dachten wirklich, dass es jeden Moment ins Boot springt und nach uns schnappt. Das Kroko war vielleicht sowas von nah ans uns dran, der Hammer! Aber es war wie ein typisches Krokodil total lahm und gelassen und hat erst im letzten Moment nach dem Fisch geschnappt, aber seht selbst:



Ein weiteres Highlight war die riesige Meeres-Kakerlake, die Ramón uns auf den Kopf gesetzt hat! Man war das eklig ;). Stehlt Euch vor Ihr kriegt ein Tierchen auf den Kopf gesetzt, das wie ein Alien aussieht und riesige scherenartige Beine hat, die Euch auf der Kopfhaut kraulen.......brrrrr... ;) Auch einen kleinen Nachwuchs einer Meeres-Kakerlake hatte ich in der Hand, der Racker wollte abhauen und hat kräftig gestrampelt, war das vielleicht ein komisches Gefühl in der Handinnenfläche ...... wieder brrrrrrr ;).

Die Flamingos haben wir schließlich im hinteren, weitläufigeren Teil der Lagune zu hunderten beobachten können, einfach beeindruckend. Flamingos leben immer in Gruppen und haben genau wie die Schwäne einen festen Partner - ihr Leben lang! (Wir Menschen sollten uns ein Beispiel nehmen!). Was ich besonders interessant fand, war die Erkenntnis, dass Flamingos von Natur aus gar nicht rosa sind, sondern mit weißem Gefieder geboren werden! Erst durch die Ernährung mit rosafarbigen Algen (siehe Fotos der Salzbecken) bekommen sie im Laufe ihres Wachstums die rosa Farbe. Stark, oder?!

Im Anschluss haben wir am Rande der Lagune an den Salzbecken angelegt. Ramón hat uns erklärt, dass die Salzbecken neben der Nahrung für die Flamingos auch super für Menschen sind, die sich einfach nur mal oben auf der Wasserfläche treiben lassen wollen. Wie im Toten Meer ist der Salzgehalt hier so hoch, dass man das Gefühl hat zu schweben... das haben wir natürlich mit Begeisterung getan:



Abgerundet wurde der Besuch der Salzbecken mit einer natürlichen Fango-Packung. Der weiße Schlamm sei angeblich gut für die Haut, bei uns stand allerdings der Spaßfaktor im Vordergrund. Wie Ihr auf den Bildern seht, kam der nicht zu kurz ;).

Nachdem wir uns auf der Rücktour in einem natürlichen Cenote die zweite weiße Haut wieder abgewaschen haben, ging es noch zur Entspannung an den der Lagune vorgelagerten Strand am Meer. Hier waren wir wirklich alleine - Pelikane waren unsere einzigen Nachbarn. Einfach nur herrlich.

Unser wahnsinnig toller Tag in Rio Lagartos endete mit einem leckeren Fischteller in Ramóns Restaurant (seine Schwester arbeitet hier, die stecken wie gesagt immer alle unter einer Decke ;)). Am späten Nachmittag ging es dann schon weiter nach Playa del Carmen, wir hatten für die nächsten 3 Nächte ein Hotelzimmer gebucht. Die Abfahrt hat sich allerdings unvorhergesehen verzögert, denn wie schon gesagt mussten wir den Preis dafür zahlen, dass wir die Bootstour bei der Konkurrenz gemacht haben. Denn als wir fertig gepackt hatten und alles ins Auto räumen wollten, bemerkten wir plötzlich den PLATTEN REIFEN! Wir sind uns nicht zu 100 % sicher und haben keine Beweise, doch alles deutete darauf hin, dass uns ABSICHTLICH ein Nagel in den Reifen gestochen wurde. Wir haben natürlich gleich den anderen Bootstour-Anbieter vermutet, der ein paar Meter weiter seine Ablegestelle hatte. Es war schon ziemlich merkwürdig, dass am Abend vorher noch alles in Ordnung war und plötzlich ein Nagel auf der Oberseite des Reifens im Profil steckte... So mussten wir unseren Reifen wechseln (hatten ja einen Ersatzreifen) und sind bis zum nächsten Ort zur Reparatur gefahren. Ich dachte schon das würde nun ewig dauern und uns ordenltich kosten, aber Pustekuchen. Innerhalb von 10 Minuten hatten sie unseren Reifen "geflickt" und dafür schlappe 40 Pesos verlangt, das sind gerade mal 2,50 Euro!!! Wir haben ihnen 50 Pesos gegeben - mit Trinkgeld *haha* - ich liebe Mexiko! ;)

Glücklich und ohne Zwischenfälle ging es weiter nach Playa del Carmen, wo sich unser Abenteuer fortsetzte...

Donnerstag, 27. Mai 2010

Chichén Itzá

Am 27. Mai ging es nach dem Abschluss meines ersten Semesters endlich in den "wohlverdienten" Urlaub ;)

Zusammen mit JuanJo bin ich am Donnerstag ca. 1,5 Stunden nach Mérida geflogen. Dort haben wir unseren Mietwagen in Empfang genommen und sind direkt weiter nach Chichén Itzá gefahren, die berühmte Maya-Stätte (eines der 7 Weltwunder der Neuzeit!) in Yucatán. Da wir erst um 16Uhr dort angekommen sind (und der Park leider schon um 17Uhr zu macht!), blieb uns lediglich eine Stunde, um "schnell" die Hauptattraktionen des Parks zu bewundern (der Vorteil für uns: eine Stunde vor Parkschluss muss man keinen Eintritt mehr zahlen!)



Nachdem wir den Hauptteil des Geländes unter brütender Hitze abgelaufen sind und ein paar geniale Fotos geschossen hatten (der blaue Himmel mit den Schäfchenwolken und den Pyramiden sah einfach spitze aus!),


sind wir auch schon von den Parkwächtern rausgeschmissen worden. Nur an den Artesanía-Ständen durften wir uns natürlich noch aufhalten, hier hab ich für mein Zimmer auch gleich zugeschlagen und ein paar Masken und ein Miniatur-Nachbau der Hauptpyramide mitgenommen.

Da wir geplant hatten uns auch die Lichtshow um 20Uhr anzugucken, hatten wir noch Zeit, einen Cenote in der Umgebung zu besuchen. Diesmal ging es also zum Cenote "Ik-kil". Gefühlt wie "Tarzan" haben wir hier im kühlen Nass geplantscht, haben uns waghalsig in die Tiefe gestürzt und hatten einfach eine Menge Spass... die Yoga-Gruppe, die Ihr im Video seht, hat obendrein noch zu unserer Belustigung beigetragen ;)







Die Lichtshow am Abend war eine Art historische Geschichte über Chichén Itzá und das Volk der Maya.... anhand der künstlichen Beleuchtung wurde hier das Licht-Spektakel zur Jahreszeitenwende nachgestellt. Die Mayas haben ihren Tempel nämlich so schlau gebaut, dass er neben den 365 Ebenen aus Stufen und Plattformen nicht nur die Tage im Jahr exakt wiedergibt, sondern am 21. März und 21. September (Frühling & Herbst) das Licht der Sonne so reflektiert wird, dass es aussieht, als ob zwei Schlangen auf der östlichen Seite der Pyramide die Treppenstufen herunterschleichen (bis zu den Schlangeköpfen am unteren Ende).

Neben der Erzählung war die Lichtshow an sich allerdings nicht wirklich spektakulär und konnte mit der Bleuchtung zum Elton John Konzert nicht wirklich mithalten.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Parque Nacional Desierto de los Leones

Am Mittwoch, dem 26. Mai, hat mir Alejandro den Nationalpark "Desierto de los Leones" (Wüste der Löwen) im Südwesten Mexico Cities gezeigt. Der Name kommt entweder von wilden Tieren, die dort früher mal gelebt haben (aber keine Löwen) oder "Leones" war einfach der Nachname der Familie, die sich dort zu alten Zeiten um den Park gekümmert hat und zu deren Ehre der Park so genannt wurde. Es handelt sich bei dem Park auch nicht um eine Wüste, sondern um ein riesiges Waldgebiet, in den Familien und Schulklassen Ausflüge machen, picknicken, wandern und zelten gehen. Nicht umsonst wird der Nationalpark auch die "Lunge" Mexico Cities genannt, denn hier oben war die Luft endlich mal wieder herrlich frisch und rein.

Wir haben sehr lecker gegessen und uns das Kloster angeguckt - Alex war mein "Luke Skywalker", der mich sicher durch die stockfinsteren Katakomben wieder ans Tageslicht geführt hat ;) - siehe Fotoalbum:


Zum Abschluss haben wir uns noch eine kleine Picknick-Stelle unten am Bachlauf angeguckt und ich konnte es nicht lassen, ein Schiffchen zu bauen. Naja, mein erstes Segelboot ist leider kläglich versunken. Und wer weiss, das Zweite schwimmt vielleicht noch immer dort oben - sollten fiese Mexi-Kinder es bis heute nicht gekentert haben... ;)

Freitag, 14. Mai 2010

Puerto Vallarta

Nach einem Monat der Blog-Abwesenheit komme ich heute endlich dazu über unsere Semester-Abschlussfahrt nach Puerto Vallarta am 14. Mai zu berichten.

In der letzten Uni-Woche ging es für 4 Tage im üblichen "alten" Reisebus nach Puerto Vallarta. Obwohl dieser Bus keine Toilette an Bord hat und die Fahrt von normalerweise 12 Stunden so locker mal elend-lange 16 Stunden gedauert hat (über Nacht, einschliesslich der unzähligen Pinkelpausen), konnte wir uns nicht beschweren, da die Fahrt sowie die Unterkunft in Puerto Vallarta von der Uni bezahlt wurde.

Puerto Vallarta liegt im Bundesstaat "Jalisco" an der Westküste Mexikos. Wir konnten uns also auf ein paar Tage Strandurlaub und Erholung freuen, dem war auch so. Unser kleines aber ausreichendes Hotel (wir mussten uns zu siebt ein Zimmer mit einem winzigen Bad teilen) lag direkt im Altstadtviertel der Stadt, in 5 Minuten Fußmarsch zum Strand und zur Strandpromenade, also perfekt. Die Stadt ist wirklich total idyllisch am Berghang gelegen, die Straßen, die Isla Cuale (kleine Insel im Flußlauf) mit typischen mexikanischen Krims-Krams-Ständen, die Strandpromenade und die vielen Artesanía-Läden (Kunsthandwerk) laden zum Schlendern und Bummeln ein.

Eigentlich hatte ich Alejandro gefragt, ob er mit uns Uni-Leuten mitkommen will, da ich ehrlich gesagt nicht soo viel mit den Leuten, die mit waren, zu tun habe (bzw. zu tun haben will, einige davon sind wirklich einfach nicht mein Fall und ein "Hallo wie geht´s" reicht mir da aus). Allerdings musste Alex am letzten Tag noch absagen. Daher war ich ziemlich froh, dass ich gleich am ersten Abend in der Disco einen Javier kennengelernt habe, ein Mexikaner. Mit ihm hab ich dann die meiste Zeit der nächsten Tage dort verbracht... wir waren in einem typisch mexikanischen Markt frühstücken und er hat mir den Ort und die Artesanía-Läden gezeigt - ich habe gelernt, dass die Verzierung von Holzfiguren mit Chakira-Perlen eine typisches Kunsthandwerk in Jalisco ist und nichts mit der anderen Shakira zu tun hat ;):


Das Wetter am Samstag war leider eher mittelmässig (bewölkt), nichtsdestotrotz haben wir einen gemütlichen Nachmittag am Strand verbracht, leckere Fleisch- und Garnelenspieße und Piña Coladas genossen (wird einem für wenig Geld direkt an die Liege gebracht!) und einen weiteren tollen Sonnenuntergang bewundert:


Ich bin auch am Strand entlang maschiert und habe die benachbarte Bucht erkundet, nur ein paar hundert Meter vom Stadtstrand enfernt findet man hier wirklich einsame Strände in kleinen Buchten, total idyllisch...

Den Sonntag bin ich mit Javier etwas südlich von Puerto Vallarta an die Küste gefahren, für 5 Pesos ging's in ca. 20 Minuten mit dem klapprigen Stadtbus an den "Las Gemelas" Strand. Hier war ich neben den Mexis der einzige Ausländer. Das Wetter war super, das Wasser warm, der Sand fein, ein schöner Nachmittag. Ich hatte extra meine Schnorchel-Ausrüstung dabei und Javier hatte sich vorher extra noch eine bei Walmart gekauft, allerdings war hier an den Felsen vor dem Strand nicht wirklich viel zu sehen... schade. Nach unserem Strandaufenhalt sind wir dann mit dem Bus noch weiter bis zu den "Torbögen" gefahren (Felsformation mit dem Namen: "Los Arcos"). Die Küste hat mich hier sehr stark an Australien erinnert, schon beeindruckend. Von hier aus ging's dann wieder zurück Richtung Puerto Vallarta.

Nach einem letzten ruhigen Abend an der Strandpromenade ging es dann am nächsten Morgen auch schon wieder zurück Richtung Mexico City - "nur" schlappe 14 Stunden, aber das hat auch wirklich gereicht kann ich Euch sagen.

Sonntag, 25. April 2010

Spring Break (Osterferien) in Yucatán

Und wieder sind einige Wochen vergangen, seitdem ich den letzten Blog-Eintrag geschrieben habe. Ab und zu muss man hier ja auch wirklich mal was für die Uni tun. Hier nun endlich ein kurzer Bericht über unseren Kurzurlaub in Yucatán über die Osterferien.












Zusammen mit Alejandro ging´s am 02. April mit dem Flieger (vorbei am Popocatépetl, siehe Fotoalbum) nach Mérida im Bundesstaat Yucatán. Am Flughafen stand dann auch gleich unser Mietwagen für 4 Tage bereit. Alejandros Kumpel Pablo hat uns abgeholt und uns für die Tage sein Zuhause als Herberge bereitgestellt. Schon toll, so hab ich nicht nur neue Mexikaner kennengelernt, sondern konnte auch noch umsonst in Yucatán übernachten.

Am Freitag haben wir uns erstmal die Innenstadt Méridas angeguckt. Im Fotoalbum seht Ihr den Dorfplatz, das Gouverneurs-Haus (Yucatán wird von einer lesbischen Gouverneurin regiert!) und die Kirche... schon ein Spektakel, wie viel dort abends noch los ist. An allen Ecken gab es Essensstände und die Leute haben auf Decken Schmuck etc. verkauft. Wir haben das Treiben bei einer leckeren "Horchata" (Reismilch) auf uns einwirken lassen (die Fotos findet Ihr alle rechts in den einzelnen Fotoalben)

Am Samstag haben wir uns tagsüber auf den Weg nach Valladolid gemacht. Der Ort an sich war nicht allzu spektakulär (typischer Dorfplatz mit Kirche und Park). Es war allerdings so heiss, dass der Ort wie ausgestorben wirkte, die Leute waren wohl alle eher am Strand oder haben Siesta gemacht - verständlich. Nachdem wir uns kurz ein Museum angeguckt haben, haben wir dann auch lieber die Badesachen geschnappt und sind in einen der typisch yucatanischen "Cenotes" gesprungen, natürliche Wasserlöcher, die inmitten von Kalkfelsen metertief in den Erdboden ragen. Dementsprechend dunkel war auch das Wasser. Das beeindruckende an dem Cenote war, dass er wirklich direkt im Stadtzentrum lag, direkt unter den Straßen und Häusern! Wie Ihr sehen könnt hatten wir unseren Spaß:





Nach dem Planschen im kühlen Nass ging es weiter nach Chichén Itzá, der berühmten Maya-Stadt. Schon auf dem Weg dorthin wurde uns klar, dass es eine riesige Menschenansammlung geben wird. Unser Ziel war das Konzert von Elton John, das an dem Abend inmitten der beleuchteten Pyramidenstadt rund 6000 Besucher anlocken sollte! Mit Bussen wurden wir von einem riesigen Parkplatz zum Eingang des Parks gefahren. Der Abend war wirklich ein Spektakel. Das Konzert verlief zwar eher ruhig, Elton hat neben seinem Standard-Programm auch nicht wirklich viel mit dem Publikum interagiert und die aufgestellten Stühle waren auch nicht gerade die bequemsten (der Stuhl einer Frau neben uns ist sogar unter ihr zusammengebrochen :)), doch insgesamt war es wirklich ein gelungener Abend, der sich gelohnt hat. Die Atmospähre inmitten der beleuchteten Pyramiden zusammen mit den mitreißenden Songs war schon ein Highlight! Auch die "Vorband", das yukatanische Sinfonie-Orchester hat begeistert. Hier ein paar Eindrücke:





Am Sonntag haben wir uns dann zusammen mit Pablo und seinen Freunden das Küstenörtchen Progresso angeguckt. Es war schon ziemlich spät am Nachmittag, sodass wir nicht mehr ins Meer gesprungen sind. Allerdings sind wir die Strandpromenade entlang geschlendert, haben lecker gegessen und den wirklich schönen Sonnenuntergang genossen. Ingesamt ein toller Ausflug. Nachts haben wir dann auf Pablos Dachterasse in den Geburtstag von Alejandro und einem Kumpel von Pablo reingefeiert. Ein sehr lustiges Ereignis :).

Montag haben Alejandro und ich uns auf den Weg nach Uxmal gemacht, einer weiteren Maya-Stadt in Yucatán. Und wie ich feststellen musste auch die schönste, bzw. beeindruckendste Ruinen-Stadt, die ich bisher in Mexiko besichtigt habe. Ich denke die Bilder und diese Videos hier sagen mehr als tausend Worte (kein Wunder, dass hier auf einmal auch eine Horde von deutschen Touristen zu finden waren ;)):







Nach unserem Besuch in Uxmal mussten wir uns unbedingt abkühlen, der Tag war verdammt heiß. So sind wir von Uxmal aus ca. 2 Stunden an die Westküste der Halbinsel nach Celestún gefahren. Ich hätte nie geglaubt, dass dieses Örtchen so wenig turistisch ist. Nicht nur liegt der Ort ziemlich abgeschieden vom Rest Yucatáns, auch das Dorfzentrum war wirklich klein. Wir haben uns natürlich gleich erstmal an den Strand gelegt und konnten auch endlich ins Meer springen. Sehr angenehme Wassertemperatur. Nachdem wir unsere "Macho-Fotos" im Wasser gemacht haben ;) und ich zum Sonnenuntergang ein bisschen an der Sonne geleckt habe (siehe Album), haben wir verzweifelt versucht in dem Örtchen noch etwas zu Beißen zu bekommen. Es war echt verwunderlich, dass die Restaurants alle um 20Uhr schon die Küche geschlossen haben! Wir haben dann in einer schäbigen Absteige wenigstens noch ein paar Quesadillas bekommen, aber der Hit waren die leider auch nicht.

Zurück in Mérida waren wir dann noch mit Pablo und Co. in einer coolen Freiluft Lounge-Bar, in der es für wenig Geld Buffet und All-inklusive Getränke gab. Hier konnten wir uns dann nochmal so richtig den Bauch vollhauen :). Der Abend war auch ein schöner Ausklang des Urlaubs, denn am nächsten Tag ging es leider schon wieder zurück nach Mexico City.


Zum Glück wusste ich schon auf dem Flug zurück, dass ich Ende Mai nochmal nach Yucatán fliegen würde und dann auch die Ostküste der Halbinsel kennenlernen werde... Mittlerweile hat die Uni uns sogar auch noch Mitte Mai einen kostenlosen "Puerta Vallarta"-Trip angeboten, zu dem ich natürlich auch nicht nein sagen werde. Nachdem ich dann mein erstes Semester hier hoffentlich mit Bravur bestanden habe, folgen also auch schon wieder zwei tolle Ausflüge, zu denen ich dann demnächst sicherlich wieder einiges zu berichten haben werde...

Samstag, 10. April 2010

Cumple de Miguel

Am Samstag haben wir in Miguels Geburtstag reingefeiert. War mal wieder ein nettes Beisammensein mit viel Alkohl, guten Gesprächen und Miguel hat sogar für uns seine lieblings Folklore-Songs gesungen, gar nicht mal schlecht seine Stimme! - schön mexikanisch das Ganze ;)



Über unser kleines Geschenk (eine Flasche Schluck nett verpackt mit Fotos des letzten gemeinsamen Abends) hat er sich wie ein kleines Kind gefreut! Sowieso war er an dem Abend total gut drauf, sonst wäre er nie auf die Idee gekommen zu singen ;). Er hat uns mehrmals gedankt und war sehr gerührt... er hat uns sogar gefragt, ob wir uns nicht komisch vorkommen, mit so einem alten Sack zusammen seinen Geburtstag zu feiern ... aber keineswegs, wir mögen ihn ja sehr gerne und er ist mittlerweile ein guter Freund geworden.

Ihr glaubt ja gar nicht, was er mir an dem Abend für rührende Komplimente gemacht hat. Er hat mir gesagt, dass er mich sehr lieb hat und er sehr glücklich ist, dass wir bei ihm wohnen (seine Kinder sind ja ausgezogen und er ist meist alleine). Er hat mir sogar gesagt, dass ich wie ein Sohn für ihn sei und er das Gefühl hat, dass ich schon 1 Jahr bei ihm wohnen würde, so gern hat er mich. Ich wusste gar nicht, was ich darauf antworten sollte, das ging natürlich runter wie Öl. Solche Komplimente machen das Leben lebenswert und ich hätte echt nicht gedacht, dass ich nach so einer kurzen Zeit hier in Mexiko schon so einen "Einschlag" hätte verursachen können. Schon toll! So, und nun genug der Sentimentalitäten ;) - viel Spaß mit den Fotos:


Achja, und hier in Mexiko singt man dem Geburtstagskind üblicherweise nicht "Happy Birthday" sondern es wird das Lied "Las Mañanitas" angestimmt. Ich hab Euch hier mal eine Version von Alejandro Fernandez verlinkt (üblicherweise singen das die auf die Geburtstagsfeiern eingeladenen Mariachis).



Da Kazuko und ich das Lied allerdings noch nicht draufhaben, haben wir Miguel dann doch nur mit "Happy Birthday" besungen ;)