Ende Juli ging es zusammen mit Ollis Jungs (VW-Praktikanten) nochmal nach Jalcomulco zum Rafting. Da die Regenzeit eingesetzt hatte, war der Wasserstand im Fluß nun um ein Wesentliches höher und sollte von uns somit NOCH mehr fordern...
Das Wochenende in der Anlage vom "Tiburon" (= Hai, so nennt sich der Vater der beiden Besitzer) war mal wieder super und gab uns alles von Entspannung am Pool, über Austoben auf dem Fussballplatz oder auf dem Trampolin, über gemütliche Runden mit unserem Freund Havana-Club, bis hin zu zwei aufregenden Flußfahrten, die uns diesmal so einige Nerven kosteten:
Am ersten Tag ging's zur Eingewöhnung für die "Anfänger" unter uns erstmal auf den unteren Flußabschnitt, der noch ziemlich einfach zu befahren war - wir hatten unseren Spaß! Am nächsten Tag ging es dann auf den oberen Flußlauf, laut unseren Guides herrschte hier an dem Tag die maximal zulässige Strömungsstärke, um noch fahren zu dürfen. Es war eine sau geile Tour, doch an einer Stelle hat es uns unerwartet sowas von aus dem Boot geschmissen, dass selbst unser Guide überrascht war und nur schnell zugesehen hat uns wieder ins Boot zu kriegen. Der Überschlag war nicht ungefährlich, da es an einer Stelle passierte, wo gleich die nächsten Stromschnellen nahten und wir in unseren Schwimmwesten nur so dahintrieben. Zum Glück haben uns die Jungs aus dem zweiten Boot aufgenommen. Selbst Olli war die nächsten Minuten erstmal ganz schön bleich ;).
Wie sich leider am Ende des Tages herausgestellt hat, hatte ein 13-jähriges Schulmädchen am gleichen Tag nicht ganz so viel Glück. Sie ist beim Ausflug mit ihrer Schulklasse in die Fluten geraten und auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben...
Am Wochenende vom 23.-25. Juli war ich mal wieder bei Olli und seinen VW-Praktikanten in Puebla. Ich war eingeladen zu Lenas, Ollis und Dominiks Abschliedsparty am Freitag (unter dem Motto "Black & White"). Die Party war ein riesen Kracher, an die 100 Leute (Mexikaner und Deutsche), reichlich Alkohol, eine super Stimmung und super Musik. So haben wir locker bis morgens um 6Uhr durchgehalten und waren am Tag drauf dementsprechend im Eimer ;).
Hier ein paar Bilder, den Rest davon findet Ihr auf Ollis Blog!
Auch meine Abi-Freundin Manuela war mit ihrem mexikanischen Freund dabei, sie wohnt mittlweile auch in Puebla (klein ist die Welt). Die beiden haben erstmal schön 'ne Flasche Tequila mitgebracht, die wollten mich abfüllen sag ich Euch (hat auch geklappt ;)):
Den Samstag haben wir natürlich erstmal ausgepennt und den Tag ruhig angehen lassen. Sonntag ging's dann mit den Jungs zusammen für mich ein weiteres Mal nach Tepotzlán. Obwohl es an diesem Tag nicht ganz so heiss war, war es durch die hohe Luftfeuchtigkeit dennoch extrem schwül und so kamen wir auch diesmal bei dem 45min-Marsch hoch zur Pyramide mächtig ins Schwitzen. Aber wie auch schon bei meinem ersten Aufstieg haben sich die Strapazen auch diesmal wieder mehr als gelohnt, denn der Ausblick von dort oben über das Dorf ist einfach gigantisch! Aber seht selbst:
Zurück im Dorf waren wir noch lecker Essen, sind durch die niedlichen Straßen gelaufen und konnten natürlich nicht auf das berühmte Eis (Nieve) aus dem Örtchen hier verzichten. War auch diesmal wieder sehr lecker und der Tagesausflug somit rundum gelungen...
Nach langer Abwesenheit hier mal wieder ein Blogeintrag. Mittlerweile wohne ich ja nun schon wieder über 3 Monate in der neuen WG im Stadtteil Condesa. Da mir dummerweise zum WM-Spiel Deutschland-Ghana die Digi-Cam geklaut wurde, konnte ich bisher keine Fotos von der Wohnung machen. Letzte Woche hatte ich dann die von Olli ausgeliehen, hier also ein Eindruck von meiner neuen Wohnung und der Umgebung (wir wohnen 2 Minuten vom Parque México entfernt, also alles schön grün hier). Ich fühl mich auf jeden Fall wohl...
Andrés, meiner Mitbewohner, ist mittlerweile ausgezogen, dafür haben wir nun einen Ami bei uns - "Andrew", Yale-Student der hier gerade seine Doktorarbeit schreibt. Und auch er scheint ein ganz netter Typ zu sein...mal schauen...
Hier mal ein kleiner Rundgang durch unsere Wohnung:
Und hier ein paar Videos von der Umgebung und einem kurzen Spaziergang durch den "Parque México":
Gerade von der Karibikküste aus Playa del Carmen zurückgekommen, bin ich am nächsten Tag gleich weiter an die Pazifikküste nach Acapulco gedüst. Alejandro hatte hier gerade einen nationalen Zahnärzte-Kongress mit seinen Kollegen und da er noch ein Bett in seinem Hotelzimmer frei hatte (zwei Freundinnen von ihm sind am Montag wieder abgereist), konnte ich mir die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Ich bin also nachmittags um 15Uhr mit dem Luxusbus (so nennen sie sie hier, Luxus = Toiletten, AirCon, Sitze mit super Beinfreiheit und sogar Beinablagefläche, TV mit Kinofilmen) in 5 Stunden nach Acapulco gefahren. Das Tolle daran: Die Fahrt kostet gerade mal 25 Euro! Das ist weniger als ich mit der Bahncard 50 von Wolfsburg nach Kiel zahle (3 Stunden-Fahrt, mit lästigem Umsteigen und ohne Kinofilme ;) !)
In Acapulco angekommen sind wir nach einem kurzen Klamotten-Abladen in Alejandros Hotel gleich weiter zum Essen. Wir haben vom Buffet in einem "Woolworth"-Restaurant gegessen, genau wie der Laden an sich war auch das Restaurant eher unterste Schublade. Man hat schon gemerkt, dass die Qualität des Essens mit den Warenangeboten von Woolworth übereinstimmt.
Danach ging es weiter zum "Grand Hotel Acapulco", das Hotel des Kongresses, wo der Rest der Zahnärzte untergekommen ist. Von dort ging es gegen 22Uhr auch gleich weiter zum berühmten Club in Acapulco - dem "Palladium". Ich hatte Glück, denn normalerweise hat der Club nur am Wochenende auf, doch an diesem Dienstag wurde er extra für die Leute vom Kongress geöffnet. So war ich mal wieder der einzige Ausländer und zusammen mit bestimmt 300 mexikanischen Zahnärzten am Feiern - das Ironische dabei: Ich hatte immernoch Zahnschmerzen! ;). Der Club ist von der Aufmachung her wirklich gigantisch. Er liegt direkt am Berghang oberhalb der Bucht von Acapulco. Durch die riesige Glasfassade auf der Seite der Tanzfläche hat man einen wahnsinnig genialen Blick über die beleuchtete Bucht - die Fotos folgen noch, sobald ich sie von den Mädels bekomme... Für 15 Euro konnten wir die ganze Nacht frei "saufen" und haben so ausgelassen bis in die Morgenstunden gefeiert - ganz nach David Guettas Motto "I'm in Miami Bitch" wurde hier der Remix des Songs auf "I'm in Acapulco Beach" (bzw. Bitch, gibt wohl zwei Versionen, die harte und die zensierte ;)) umgetextet - ich fand's genial:
Leider ging es bei mir an dem Abend mit dem Kränkeln los. Ich denke es lag an den zwei Tortas (belegte Brötchen), die ich mir an der Bus-Station in Mexico City in einem Imbiss am Nachmittag gekauft hatte, vielleicht kam auch noch das Essen im Woolworth-Restaurant dazu. Kaum in der Disco angekommen ging es mir sowas von übel, dass ich schon überlegt hatte wieder nach Hause zu fahren. Fiese Bauchschmerzen und ein immer stärker werdender Brechreiz (ich hoffe Ihr seid gerade nicht am Essen! *lach*) Beim ersten Schluck meines "Gin-Tonic" war es dann soweit, zum Glück war das Klo nicht weit. Ich muss sagen ich habe lange nicht mehr so heftig gekotzt! Und wer kann schon sagen, dass er in Acapulco im Palladium war und da erstmal schön in die Kloschüssel gegöbelt hat *lach*. Mysteriöserweise fühlte ich mich nach dem Zwischenfall wie neugeboren und die Nacht wurde wirklich noch richtig spassig!
Am nächsten Tag allerdings ging es mit den Bauchscherzen weiter und auch der stündliche Klo-Gang wurde zur Routine (oben kam nichts mehr raus, aber am anderen Ende ;)). Hinzu kamen die Zahnschmerzen, die ich ja schon seit mittlerweile 7 Tagen mit mir rumschleppte. 3-mal täglich musste ich mich mit Schmerztabletten zupumpen. Vielleicht war auch die Kombination aus den vielen Tabletten, der Extrem-Urlaubstour zwischen Karib- und Pazifikküste und dem Essen der Auslöser für den Ausbruch der Krankheit. Auch kam mir der Gedanke, dass ich in Rio Lagartos vielleicht zuviel Wasser in den Salzbecken geschluckt hatte, denn Ramón meinte zu uns: "Bloß nicht schlucken, sonst werdet ihr krank". Ich hab schon befürchtet, dass in mir jetzt so kleine Algen wachsen und ich langsam so rosa wie ein Flamingo werde ;).
Doch ich wurde nicht rosa und sowohl Bauch- als auch Zahnschmerzen machten sich immer nur sporadisch bemerkbar, es ließ sich also aushalten und den Mittwoch hab' ich so ganz gemütlich am späten Vormittag mit der Erkundung der Stadt gestartet. Da Alejandro auf dem Kongress anwesend sein musste, bin ich alleine zum Zócalo (zentraler Dorfplatz) gefahren. Kaum einen Schritt über den Asphalt gesetzt, wurde mir auch schon von hinten von einem Mexikaner zugerufen. Ich dachte mir will schon wieder jemand irgendwelchen Schnösel andrehen oder Geld haben und wollte schon schnell weiter laufen, doch wie sich herausstellte war Antonio Touristenführer und nach einem kurzen Schnack habe ich seine Dienste gerne in Anspruch genommen. Ich wollte mir nämlich gerne die berühmten Klippenspringer im Stadtteil "La Quebrada" angucken und wusste nicht, wo ich genau hinmusste und wie weit es sei. Da die Shows zu bestimmten Uhrzeiten stattfinden und gerade eine startete, führte mich Antonio in Windeseile den Berg hinauf zu den Klippen - man haben wir geschwitzt. Die Show der Klippenspringer ist wirklich ein sehenswertes Spektakel. Die Stelle an der sie ins Wasser springen ist wirklich tierisch schmal und das Ganze ist nicht ungefährlich! Angeblich gab es auch schon Tote. Vom Restaurant "La Perla", direkt in den Hang gebaut, hat man einen super Blick auf die Klippen - auch Elvis hat hier angeblich schon verweilt.
Dank Antonio habe ich später noch eine wahnsinnig tolle Aussicht über die Bucht von Acapulco genießen können, denn er hat mich zu einem versteckten Hotel geführt, von dessen Dachterasse man diesen gigantischen Ausblick hatte (Großansicht durch Klick auf's Bild):
Nachdem ich mir noch den Stadtstrand direkt am Zócalo angeguckt hatte, hat mich Antonio noch zum "Mercado de Artesanía" (Kunsthandwerksmarkt) geführt, denn hier arbeitete seine Schwester (wie Ihr ja mittlerweile wisst stecken die hier ja alle unter einer Decke! ;)). Eigentlich wollte ich mir nichts andrehen lassen, habe dann aber doch ein schönes Armband für meine Mutter gefunden, das ihr hoffentlich gefällt...
Gegen 16Uhr habe ich mich dann mit Alejandro und seinen Freunden im Grand Hotel Acapulco getroffen, wo wir den Nachmittag ganz entspannt am Hotelpool und -strand haben ausklingen lassen. Nach einem Cocktail-Empfang am Pool am Abend ging es dann nachts ein weiteres Mal in die Disco, diesmal ins Alebrije. Obwohl mich anfangs wieder tierische Bauchschmerzen plagten wurde es mit zunehmendem Alkoholkonsum immer besser und dieser Abend wurde sogar noch spassiger als der Letzte!
Nachdem wir am Donnerstag gegen Mittag von der Zimmerreinigung geweckt wurden und schnell das Zimmer räumen mussten, hatten wir noch bis 17Uhr Zeit uns das Museum der "Festung San Diego" anzugucken. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt, denn nicht nur im Inneren der Festung waren ein paar interessante Ausstellungsstücke zu bewundern, auch von den Festungsmauern oberhalb der Bucht konnte man einen beeindruckenden Ausblick über Acapulco genießen. Witzigerweise kannte Alejandro diese Festung noch gar nicht (obwohl er schon mehrmals hier war) und es musste erst ein Deutscher mit seinem "Lonely Planet" Reiseführer kommen, um ihm diesen Ort zu zeigen ;)
Nach einer angenehmen Rückfahrt waren wir um 22Uhr wieder in Mexico City. Zuhause angekommen habe ich nur schnell meine Klamotten ausgepackt und mich sofort ins Bett geschmissen, denn zu den Bauchschmerzen kam nun leider auch noch Schüttelfrost und Fieber dazu. Die Nacht war ziemlich fies und ich konnte nicht wirklich gut schlafen, doch zum Glück war zumindest das Fieber und der Schüttelfrost am nächsten Tag wieder verschwunden. Zu allem Überschuss bin ich am Samstag morgen dann auch noch mit einem angeschwollenen Finger aufgewacht und außderdem musste ich nun dringend zum Zahnarzt (zum Glück ist mein Kumpel Alejandro ja einer, bei dem war ich dann auch!) - es kam also echt alles auf einmal! Das Kuriose ist, dass ich bis heute nicht weiss, wie oder was ich mir da am Finger eingefangen habe. Ich war mittlerweile zweimal beim Hautarzt und nachdem die Antibiotika der ersten 2 Wochen nur geringen Erfolg zeigten, darf ich nun noch weitere 2 Wochen ein anderes Antibiotikum schlucken. Mit einem zwinkernden Auge habe dem Arzt extra gesagt: Das können Sie doch nicht machen, weitere 2 Wochen ohne Alkohol, und das, wo gerade die Fussball-WM im Gange ist und wir morgen außerdem zu einer Weinprobe wollten!" Ihr seht also, trotz dass es mir zwei Wochen später nun eigentlich wieder pudelwohl geht, bin ich hier immernoch tierisch am Leiden *lach*.
Am Montag morgen ging es leider schon wieder ans Packen. Nachdem wir im Hotel ausgecheckt hatten sind wir noch einmal ein bisschen durch die 5. Avenida gelaufen, haben nach Souvenirs geschaut und uns an dem Fähranleger vom türkisblauen Meer verabschiedet...
Da Olli's Eltern am Vortag auch in Playa del Carmen eingetroffen sind, wollten wir wenigstens nochmal kurz HALLO sagen und uns von ihnen verabschieden. So haben wir auf dem Weg zum Flughafen noch für eine halbe Stunde Halt im Beach Resort "Las Palapas" gemacht, eine Hotelanlage übersäht mit Palmen und kleinen niedlichen Dschnungel-Hütten, in denen auch Ingrid und Klaus ihre Unterkunft hatten. Schon eine wirklich sehr karibische Atmosphäre, ideal zum Entspannen für ein paar Tage:
Nachdem sie uns von ihrer abenteuerlichen Mexiko-Reise erzählt hatten (sie waren mit dem Mietwagen auf eigene Faust unterwegs, inklusive Straßensperren im Hochland von Chiapas, wo sie, wie alle, die hier langfahren, von Mexikanern durch Nägelbretter auf der Straße angehalten wurden und natürlich erstmal wieder Geld abdrücken mussten, schon krass) und wir ein paar Abschiedsfotos geschossen hatten, mussten wir auch dringend zum Flughafen, denn mit der Autoabgabe wurde es zeitlich schon sehr sehr knapp.
Hinzu kam eine kleine Extrarunde um das Auto vollzutanken, denn die Tankstelle war nicht direkt am Flughafen. Im Endeffekt hatten wir mal wieder ziemliches Glück, dass wir überhaupt noch mit dem Flieger mitkamen. Doch da der Flughafen relativ klein ist, konnten wir noch spät einchecken (Gepäckaufgabe war schon geschlossen), haben ein Etikett mit den Worten "Last Minute Baggage" an unsere Koffer bekommen und mussten sie dann quer durch den Flughafen und die Sicherheitskontrollen selber schleppen - man haben wir geschwitzt ;). Und meine Nagelschere im Koffer konnte ich so auch nicht mit durch die Sicherheitsschranke nehmen, die hat's vielleicht gut, die wird jetzt für immer in Cancún leben und dort das schöne Wetter und das türkisblaue Meer genießen können :) Blöd nur für mich, denn eine günstige und dazu noch taugliche Nagelschere hier in Mexico City zu finden stellt sich schwerer heraus als gedacht....
Mit der guten Luft und einer gesunden Meeresbrise war es nun erstmal wieder vorbei, denn wie Ihr im Album sehen könnt, sind wir beim Landeanflug auf Mexico City direkt durch die Smog-Wolke am Himmel geflogen - jetzt hiess es "Luft anhalten" bis zum nächsten Ausflug ans Meer, der zum Glück schon am nächsten Tag wieder anstand ;)
Am Sonntag war es leider bewölkt über Playa del Carmen. Es war also die richtige Entscheidung, nach Cancún aufzubrechen, mit dem Ziel nach Isla Mujeres überzusetzen und so der dicken Wolkendecke zu entfliehen.
Bereits in Cancún klarte der Himmel über uns zum Glück auf und ein paar Sonnenstrahlen kamen durch. So konnten wir am Strand und an der Hotelzone ein paar tolle Fotos schießen (mein Lieblingsfoto ist das des Albumdeckblatts):
Cancún ist wirklich das Ausmaß an amerikanisiertem Tourismus hier in der Gegend. Überall sieht man riesige Hotels, Malls (Einkaufszentren), Bars, Restaurants und riesige Clubs. Da Cancún vom Hurrican Wilma Ende 2005 schwer getroffen wurde, hat es bis letztes Jahr gedauert die Ferienregion wieder aufzubauen. Eine Mexikanerin erzählte uns, dass nach der Verwüstung die Touristen fernblieben und dies den Mexikanern tausende von Arbeitsplätzen kostetete. Der Bürgermeister hat so angeordnet, zuerst das Touristen-Zentrum wieder aufbauen zu lassen, noch vor den Wohngebieten der Mexikaner, damit sie wenigstens wieder Arbeit finden.
Da wir uns mit David, JuanJos Kumpel aus den Staaten, der zur Zeit in Cancún lebt, verabredet hatten um gemeinsam nach Isla Mujeres zu fahren, er aber noch nicht fertig war, haben wir am Strand "Las Tortugas" (die Schildkröten) auf ihn gewartet. Hier war ich mal wieder "nur" unter Mexikanern, von Touristen war hier nicht viel zu sehen... Nach einer leckeren Piña Colada und dem Eintreffen von David ging's dann ein paar Autominuten weiter nach Puerto Juarez, da die Fähre dort günstiger war als am Strand von Las Tortugas. Während der Überfahrt zur Insel wurden wir von einem Mexikaner und seiner Gitarre gut unterhalten (solche Live-Unterhaltung fehlt eindeutig auf den Personenfähren in Kiel!).
Isla Mujeres ist eine relativ kleine Insel, auf der man sich schon eher wie in Mexiko fühlt. Mit einem leckeren Mango-Becher in der Hand sind wir ein paar Minuten an den nord-östlichen Strand marschiert, an dem David uns eine kleine Bucht zum Schnorcheln empfohlen hat. Und ich muss sagen ich war wirklich beeindruckt! Denn hier in der Bucht direkt vor'm Strand haben wir mehr bunte Fische gesehen als am Vortag auf unserer 300-Pesos-Abzocker-Tour ;). Aber schaut Euch einfach die Bilder im Album und das Video hier an - wie im Aquarium:
Den restlichen Abend haben wir ganz gemütlich am wunderschönen Palmenstrand um die Ecke ausklingen lassen. Vor uns das glitzernde Meer, totale Stille und nur das Partyboot am Horizont zu hören, bauchtiefes Wasser mit einer angenehmen Badewannen-Temperatur, Palmen direkt am Strand und ein traumhafter Sonnenuntergang, was will man mehr?! Natürlich konnten wir es nicht lassen, wieder unsere Poser-Fotos zu schießen und auch hier sind wieder ein paar interessante Kunstwerke à la "ein schöner Rücken kann auch entzücken" entstanden ;). Der Abend war ein schöner Ausklang unseres Urlaubs, denn am nächsten Tag ging es leider schon wieder zurück nach Mexico City:
Noch am gleichen Tag (Samstag) sind wir gegen Mittag nach Tulúm aufgebrochen. Schon vorher habe ich von vielen Freunden, die schon in Mexiko waren, gehört, dass Tulúm eines der Highlights ist und ich mir einen Besuch auf keinen Fall entgehen lassen darf. Und ich muss ihnen Recht geben: die Maya-Stätte Tulúm mit ihrer Lage direkt oberhalb der Klippen mit Blick auf das türkisblaue karibische Meer ist einfach der Hammer! Wenn es ein Paradies gibt dann zählt dieses Fleckchen Erde auf jeden Fall dazu :)
Zur Maya-Stätte an sich möchte ich gar nicht viel sagen, schaut Euch einfach die Bilder an und genießt die Videos (das zweite Video am Meer am besten vorher auf "lautlos" stellen, da man mich sowieso nicht versteht und der Wind ziemlich fiese Störgeräusche produziert hat!):
Bei dem Blick auf das türkisblaue Meer unterhalb der Pyramiden konnte wir natürlich nicht lange widerstehen und haben uns schnurstracks (was ist das eigentlich für ein Wort *lach*) die Treppen hinunter an den Strand gemacht uns ins Meer gestürtzt. Einfach nur herrlich! Mit dem Blick auf die Pyramiden oben auf den Klippen, dem weißen Sandstrand, den Palmen und dem blauen Himmel fühlte man sich hier wirklich wie im Paradies!
Nach unserem ausgiebigen Geplantschte ging es weiter auf die Suche nach einem benachbarten Strand, da wir dort eine Schnorcheltour gebucht hatten. Die Beschilderung war nicht wirklich hilfreich und so hat es uns mit dem Auto einige Zeit gedauert, dort anzukommen. Hinzu kam allerdings noch, dass ich zum ersten Mal von der mexikanischen Polizei angehalten worden bin. Und hier die Story: Ich hatte kurz in einer Seitenstraße geparkt (gleich am Anfang um die Ecke), da JuanJo ein paar Früchte kaufen wollte. Er kam zurück, ich wende und fahre auf die Parallelstraße zur eigentlichen Hauptstraße. Kaum auf der Hauptstraße angekommen, werden wir auch schon angehalten. Natürlich wussten wir nicht warum überhaupt. Der Polizist meinte wir wären in einer Einbahnstraße in die falsche Richtung gefahren. Er wollte gleich die Papiere und angeblich hätten wir 1800 Pesos (100 Euro) zahlen müssen und mit auf die Wache kommen sollen. Schwupps kamen auch schon zwei weitere Polizisten dazu. Wir hatten es allerdings eilig an den Strand zu kommen, da die Jungs der Schnorchel-Tour nicht bis ewig geöffnet hatten. Und uns war auch schon von vornherein klar, was hier Sache war, denn die Jungs wollten einfach nur Kohle sehen! Das Dreiste daran war nur, dass sie die ganze Zeit total scheinheilig behauptet hatten, von uns kein Geld zu wollen (da sie ja ehrliche Polizisten sind) und nach langem hin und her dann doch unsere 200 Pesos genommen haben (13 Euro). Das also meine erste Begegnung mit mexikanischen Polizisten. Ich kann nun verstehen, warum die Mexikaner selbst keinen Respekt vor ihnen haben, weil ja doch alles nur korrupt ist. Auch Olli haben sie bereits mehrmals abgezockt. Im Endeffekt ist alles nur reine Verhandlungssache - schon krass!
Letztendlich sind wir rechtzeitig am Strand angekommen und konnten unsere Schnorcheltour antreten (300 Pesos pro Person, angeblich schon mit Studentenrabatt, was sich im Nachhinein als völlige Abzocke herausgestellt hat). Zusammen mit einem weiteren Mexikaner und einem deutschen Pärchen (Armin und Anja aus Heidelberg, die Deutschen sind auch wirklich überall zu finden ;)) ging's mit ein paar Getränken und Schnorchelausrüstung (ich hatte meine eigene dabei) ca. 10 Minuten vor die Küste von Tulúm. Unser Schnorchel-Guide war ein kleiner 18-jähriger Bengel (wenn überhaupt) und hat eher Muscheln gesucht als uns in einer Gruppe durch das Riff zu leiten und uns Sehenswertes zu zeigen! Oft sind wir aufgetaucht und haben den Rest der Gruppe verloren... Leider waren auch nicht wirklich viele bunte Fische bzw. andere spektakuläre Tierarten zu sehen. Das einzige interessante Erlebnis war meine Begegnung mit der Seegurke. Wir durften sie anfassen und ich muss sagen sie fühlt sich echt schon ziemlich komisch an: Wie eine glibberige Wurst, nicht wirklich fest. Und sie hat sich mit ihren Saugnäpfen total an meiner Hand festgesaugt, total klebrig! :)
Nach unserer Rückkehr an den Strand und der Verabschiedung des deutschen Pärchens (wir haben sie danach noch einmal wiedergesehen und JuanJo in DF am Flughafen beim Einchecken ein weiteres Mal) haben wir noch den Sonnenuntergang am Strand genossen. Einfach total entspannend... JuanJo hat ein bisschen gedöst und ich ein paar Fotos geschossen (so ist auch das Blog-Foto entstanden, mit Selbstauslöser und JuanJos Tripod). Zum Sonnenuntergang hat sich der Himmel plötzlich in ein wahnsinnig beeindruckendes Lichterspiel verwandelt! Wie Ihr auf den Fotos erkennen könnt, hat sich der Himmel aus unerklärlichem Grund plötzlich in eine helle und eine dunkle Seite geteilt - mit einer Linie so gerade, als hätte sie jemand mit einem Lineal gezeichnet - einfach genial! Natürlich konnten wir nicht widerstehen und mussten ein paar weitere Poser-Fotos machen.
Nachdem es dunkel wurde sind wir zum Auto aufgebrochen. Was wir nicht wussten war, dass wir in den nächsten 5 Minuten von Killern angegriffen werden sollten... Sobald wir den Strandweg durch die Dünen entlang der Gebüsche angetreten hatten, fingen sie an uns zu attakieren - die Mücken! Und das zu hunderten!!! Ich wurde noch nie in so kurzer Zeit von so kleinen Killermücken so fies und zahlreich gestochen! Unter Geschreih und "Ahh, Au" und vielem Klatschen und Springen sind wir ins Auto gekommen und hatten noch die Fahrt über mit mindestens 10 weiteren Mücken zu kämpfen! Das Auto sah danach vielleicht aus! Überall Blutflecke an der Decke von den Mücken, die wir nach und nach killen konnten! Das war vielleicht ein grausiges Erlebnis, noch Tage später haben uns die Mückenstiche daran erinnert, da sie einfach nicht aufhören wollten zu jucken!
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